Dreieinigkeit Einheit eins Vater Sohn Heiliger Geist Hl. Ursprung ursprungslos abhängig

Einheit, Frieden, Liebe

Der Beweis für die Welt

 

1.    Ursprung der drei göttlichen Personen

 

Gott ist eins (vgl. Gal 3,20). Jesus betete nach dem letzten Abendmahl:

 

„denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind“ (Joh 17,22)

 

 

Wie kann der dreipersonale Gott eins sein? Wie funktioniert das? Zunächst muss man die Unterschiede in den Personen verstehen, bevor auf die Einheit eingegangen werden kann. 

 

Die drei göttlichen Personen unterscheiden sich nicht in ihrem Wesen, wohl aber in ihrem Ursprung voneinander:

 


1.1.
         Gott Vater

Gott Vater hat keinen Ursprung. Er ist ursprungslos, das heißt er existiert aus sich selbst heraus und verdankt niemandem irgendetwas. Deshalb stellt sich Gott dem Mose am brennenden Dornbusch mit dem Namen Jahwe vor: „Ich bin, der ich bin“ (vgl. 2 Mo 3,14).

 

 


1.2.
         Gott Sohn

Der Sohn Gottes ist die zweite göttliche Person der Dreieinigkeit und hat seinen Ursprung in Gott Vater[36]:

 

  • „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18)
  • „Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.“ (1. Joh 4,9)
  • „Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich heute gezeugt.“ (Ps 2,7)


Der Sohn verdankt seine Existenz und alles, was er besitzt, seinem Vater. Von ihm hat er alles empfangen. Dies bezeugt Jesus an mehreren Stellen in der Heiligen Schrift. Dass Jesus als Menschensohn sein Leben empfangen hat, ist selbstverständlich. Aber erstaunlich ist, dass er auch als Gottessohn nichts aus sich selbst heraus hat. Lasst uns nun ein paar Bibelverse genauer erforschen mit Hinblick darauf, dass nicht nur der Mensch Jesus, sondern auch die Gottheit Jesu ein Empfangender ist. Zur Wortklärung sei noch Folgendes angemerkt: Da Jesus zwei Naturen innehat, spricht er von sich als dem Sohn, wenn er seine Gottheit meint. Bezieht er sich auf seine menschliche Natur, verwendet er den Ausdruck Menschensohn.[37] 

 

  • „Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, sodass ihr staunen werdet.“ (Joh 5,19 f.)
  • „Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre“ (Joh 5,30)
  • „Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben.“ (Joh 5,26)
  • „Alles, was der Vater hat, ist mein;“ (Joh 16,15)
  • „Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst.“ (Joh 14,10)
  • „Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.“ (Joh 14,24)
  • „Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.“ (Joh 7,16)

 

Obwohl der Sohn Gottes seinen Ursprung in Gott Vater hat, gab es nie einen Zeitpunkt ohne den Sohn – so wie bei uns Menschen, wenn wir Eltern werden. Der Vater war immer schon Vater, weil er immer schon einen Sohn hatte. Für uns Menschen ist es kaum vorstellbar, losgelöst von zeitlichen Kategorien zu denken.

Beim Bibelstudium fällt auf, dass Jesus, obwohl er Gott ist (vgl. Phil 2,6; 2. Petr 1,1), sich nie selbst als Gott bezeichnete, sondern stets betonte, Gottes Sohn zu sein (vgl. Lk 22,70). Hätte Jesus verkündet: „Ich bin Gott“, dann hätten wir Menschen es sicherlich so verstanden, dass er aus sich selbst heraus existiere. Aber das ist nicht der Fall. Der Sohn Gottes ist nur in der Verbindung mit Gott Vater das, was er ist, nämlich Gott. Jesus suchte deshalb immer die Ehre seines Vaters und erfüllte dessen Willen:

 

  • „Verherrlicht ist Gott in der Höhe [aufgrund Christi Geburt] und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (Lk 2,14)
  • „Wer im eigenen Namen spricht, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig und in ihm ist keine Falschheit.“ (Joh 7,18)
  • „Ich bin von keinem Dämon besessen, sondern ich ehre meinen Vater;“ (Joh 8,48)
  • „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ (Joh 15,10)



[36] Vgl. das Kapitel „Über die Gotteskindschaft“
[37] Jesus nennt sich selbst den Menschensohn, wenn er von seinem Leiden spricht: „Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden“ (Mk 8,31) oder „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mt 20,28). Spricht die Bibel hingegen vom Sohn ist die Gottheit Jesu, also die zweite göttliche Person der Dreieinigkeit gemeint: „Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;“ (Hebr 5,8) Ebenso: „Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“ (Mt 11,27).