Dein Gottesbeweis
1. Mach dein Leben zu einem Gottesbeweis
„Das klingt ja alles schön und gut. Aber woher weiß ich, dass das wirklich die Wahrheitist?“, könnte sich manch einer fragen. Wenn ich mein Leben nun wirklich an Jesus verliere (Lk 9,24), woher weiß ich, dass ich am Ende nicht als Verlierer dastehe, weil ich zu Lebzeiten auf übermäßigen Genuss und freie Selbstbestimmung verzichtet habe und nach dem Tod womöglich doch alles aus ist? Woher weiß ich, dass Jesus mich nicht belügt, dass er wirklich Gott ist und lebt?
Solche Überlegungen schrieb bereits der Apostel Paulus in einem Brief an die Korinther: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot“ (1. Kor 15,32). Und ein paar Zeilen zuvor schrieb er: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. (...) Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen“ (1. Kor 15,14;19).
Warum ist es zum Beispiel besser, zu beten, Gott zu suchen, Jesus als seinen Herrn über sich anzuerkennen und zu seiner Ehre zu leben, die Bibel zu lesen, Gottesdienste zu besuchen und gute Predigten anzuhören, allen Mitmenschen gegenüber wohlgesonnen und hilfsbereit zu sein, allen Menschen zu verzeihen, nicht negativ über andere zu reden, hin und wieder auf bestimmte Dinge zu verzichten (fasten), mit anderen zu teilen (zum Beispiel zu spenden) und vieles mehr, als das Leben selbstbestimmt in vollen Zügen zu genießen und alles mitzunehmen, was geht?
Ich habe vor ca. 30 Jahren, als ich am liebsten mein Leben wegwerfen wollte, in etwa so gebetet: „Gott, wenn es dich wirklich gibt und du mit meinem Leben etwas anfangen kannst, dann gebe ich es dir, dann will ich für dich leben. Mir erscheint es wie Müll, den man nur noch wegwerfen kann. Aber wenn es dich wirklich gibt, dann gibt es mich auch. Und wenn es dich nicht gibt, dann gibt es mich auch nicht.“ Ich sah damals keine Zukunft für mein Leben. Ich litt von früher Kindheit und Jugend an unter einer schweren Angststörung. Ich hatte eine soziale Phobie und konnte nur unter großer Anstrengung aus dem Haus gehen, unter Menschen sein, mit Menschen reden, also schlichtweg leben. Heute sind diese Probleme schon seit Jahren Geschichte. Ich bin seit 18 Jahren verheiratet und habe drei wunderbare Kinder. Auch wenn die Veränderungen nicht an einem Tag passiert sind und ich auch Hilfe von Menschen in Anspruch genommen habe, so weiß ich doch, dass letztendlich Jesus mich geheilt und geführt hat. Er hat mir eine neue Identität gegeben.
Es gibt nichts Schöneres, als sein Leben für diesen herrlichen Gott zu leben! Wer nach dem Willen Gottes lebt, der uns in der Bibel geoffenbart ist, wird die Wahrheit erkennen und frei werden, und Gott wird sich jedem offenbaren, der ihn von Herzen sucht: „Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden - Spruch des Herrn“ (Jer 29,13 f.).
- „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Joh 8,31 f.)
- „Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.“ (Joh 7,17)
- „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)
- „Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ (Mt 11,27)
2. Ohne Hingabe läuft es nicht
Wenn man keine Gotteserfahrung macht, kann es an zwei Dingen liegen. Zum einen verhindert womöglich eine falsche Glaubensüberzeugung, dass man Gott begegnen kann. Zum Beispiel denkt jemand, dass Gott nicht gut ist, weil schlimme Dinge in seinem Leben passiert sind. Oder die Person hat Angst vor Gott, so dass sie sich nicht traut, sich im Gebet an ihn zu wenden. Vielleicht ist ein stolzes Herz ein Hindernis. Denn wer meint, er sei ein guter Mensch aufgrund seiner Leistung oder ähnlicher Verdienste, dem tritt Gott feindlich entgegen (vgl. Jak 4,6). Grundsätzlich ist Jesus die Tür, durch die wir gehen müssen, wollen wir dem lebendigen Gott begegnen.
Ein anderer Grund für fehlende Gotteserfahrung ist mangelnde Hingabe unsererseits. Der Glaube spielt sich somit überwiegend in unserem Kopf ab. Hans Gnann sagte einmal: „Der weiteste Weg ist vom Kopf ins Herz.“ Er sagte auch, dass wir Täter des Wortes Gottes sein sollen. Jesus warnte seine Zuhörer: „Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben“ (Mt 7,26f HFA).
Wenn wir nicht von geistlichen Kämpfen und Siegen berichten können, dann liegt es wohl daran, dass wir nicht in die Schlacht gezogen sind. Wir bleiben in der Komfortzone und liegen geistlich gesehen in unserem Liegestuhl. Jesus fordert uns auf, nicht an uns selbst festzuhalten: „Wenn einer mit mir gehen will, so muss ich für ihn wichtiger sein als seine Eltern, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister, ja wichtiger als das eigene Leben. Sonst kann er nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26 HFA).
So wie Jesus sein Leben für uns hingegeben hat, um für uns zu sterben, so sollen auch wir unser Leben für ihn hingeben, um für ihn zu leben.
„Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.“ (2. Kor 5,15)