So wie Christus – so auch du

 

Weil Jesus mit uns sündigen Menschen am Kreuz einen Tausch vollzogen hat, den er uns aus reiner Gnade anbietet, haben wir, die wir an Jesus glauben, Anteil an allem, was Jesus besitzt. Was Christen Christus ähnlich macht, gehört ihnen nur deshalb, weil Christus in ihnen lebt und in ihnen regiert. Daher sind diese Merkmale immer in Abhängigkeit von ihrer Verbindung zu Christus zu sehen.








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1.    Jesus ist Gottes geliebter Sohn – du auch

Dass Gott unser Vater ist und wir Kinder Gottes, wurde im Kapitel „Über die Gotteskindschaft“ bereits behandelt. Der Vollständigkeit halber soll dieser Aspekt hier noch einmal kurz aufgeführt werden:

Sowohl bei der Taufe als auch bei der Verklärung Jesu sprach Gott Vater aus dem Himmel und bestätigte Jesus als seinen geliebten Sohn (vgl. Mk 1,11; Mk 9,7). An mehreren Stellen heißt es in der Bibel, dass wir durch Christus den Geist der Gottessohnschaft empfangen haben und dadurch Söhne Gottes geworden sind. Dies wird heutzutage zeitgemäß eher mit Söhnen und Töchtern oder mit dem Geist der Gotteskindschaft übersetzt.

 

  • „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen. Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater. Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.“ (Gal 4,4-7)
  • „ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15)

 

Auch wir sind in gleicher Weise von Gott geliebte Kinder. Denn um uns Menschen für sich zu gewinnen, gab Gott Vater seinen Sohn dahin. Der Preis, der für etwas gezahlt wird, spiegelt den Wert dessen wider, was erkauft wurde. Wir haben dadurch den Wert und die Stellung Jesu.

 

  • „So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.“ (Joh 17,23)
  • „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.“ (Jer 31,3)

 

2.  Jesus ist gerecht und ohne Sünde – du auch

Wir empfangen Jesu Gerechtigkeit beziehungsweise Sündenlosigkeit: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Kor 5,21)

 

3.    Jesus wurde gesandt – du auch

Jesus kam im Auftrag seines Vaters und verkündete uns dessen Evangelium. „Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat“ (Joh 14,24). „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21). Jesus ist der Stellvertreter Gott Vaters und wir Jünger sind, im Zusammenwirken mit dem Heiligen Geist[27], Stellvertreter Jesu und somit auch des Vaters: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat“ (Lk 10,16).

 

4.    Jesus stand von den Toten auf – du in geistlicher Hinsicht auch schon

Wer an Jesus glaubt, ist bereits vom Tod ins Leben hinübergegangen: „Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen“ (Joh 5,24). Ein Christ ist mit Christus gestorben und durch den Glauben an Jesus bereits in der geistlichen Realität auferstanden. Im Brief an die Kolosser schreibt Paulus, dass wir durch die Erlösung bereits jetzt schon in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt sind (vgl. Kol 1,13).

Die körperliche Auferstehung erfolgt am Tag des Gerichts: „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht“ (Joh 5,28 f.).

 

5.    Jesus hat Vollmacht empfangen – du auch

Unmittelbar vor der Himmelfahrt Jesu sprach er zu seinen Jüngern: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.“ (Mt 28,18). Er bewies diese Vollmacht durch viele großartige Zeichen und Wunder. Durch die Heilung eines Gelähmten erbrachte er den Beweis, dass er darüber hinaus die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben, was nur Gott vorbehalten ist.

  • „Aber ich will euch beweisen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er forderte den Gelähmten auf: »Steh auf, nimm deine Trage und geh nach Hause!“ (Mt 9,6 HFA)



Jesus gibt seinen Nachfolgern nicht nur einen Auftrag, er gibt ihnen auch die Vollmacht, um ihn auszuführen:

  • „Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können.“ (Lk 10,19)
  • „Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.“ (Mt 10,1)
  • „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (Joh 20,23)
  • Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. (Mk 16,17)

 

Dies kann man anschaulich mit verschiedenen Arbeiten in der Landwirtschaft vergleichen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Feld zu bestellen. Sie könnten nun einen Spaten nehmen und damit versuchen, den Acker umzugraben. Das wäre eine langwierige, schwere und äußerst ineffektive Handarbeit, da der Boden nicht sehr tief gelockert werden würde. Besser wäre es, Sie würden einen Traktor mit einem Pflug zu Hilfe nehmen, um den Boden zu lockern und zu wenden. Oder ein anderes Beispiel: Stellen Sie sich vor, es stünden Erntearbeiten an. Würden Sie mit einer Sense durch das Getreidefeld marschieren, um anschließend mit einem Dreschflegel die reifen Körner herauszuklopfen oder würden Sie lieber einen Mähdrescher wählen? Vermutlich Letzteres. Der Mähdrescher steht für die durchschlagende Kraft des Heiligen Geistes.

6.    Jesus herrscht auf des Vaters Thron – du auch

Jesus hat nach seiner Himmelfahrt den Thron bestiegen. Auch wir sitzen im Geiste jetzt schon mit ihm auf dem Thron im Himmel zur Rechten des Vaters:

  • „Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz in den himmlischen Bereichen gegeben“ (Eph 2,6 LUT) 
  • „wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen." (2. Tim 2,12) 
  • „Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offb 3,21)  
  • „und du hast sie für unsern Gott zu Königen und Priestern gemacht; und sie werden auf der Erde herrschen." (Offb 5,10) 

 

7.    Jesus wurde verherrlicht – du auch

Jesus hat uns Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben:

  • „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir.“ (Joh 17,22 f.)
  • Dass wir Jesu Herrlichkeit empfangen werden, hängt damit zusammen, dass wir in seine Gottheit mit hineingenommen werden.

 

8.    Jesus ist Licht und Retter der Welt – du auch

Es gibt nur ein einziges der sieben Ich-Bin-Worte Jesu, das nicht nur auf Jesus, sondern auch auf seine Jünger zutrifft. Im Johannesevangelium sagte Jesus einmal: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Im Matthäusevangelium lesen wir in der Bergpredigt, wie Jesus seinen Jüngern zusprach: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14) Wie kann das sein? Wie kann ein Christ so wie Christus Licht für die Welt sein? Um im Bild zu bleiben: Das geht nur, wenn ein Christ ein transparentes Gefäß ist, durch das Christus nach außen hindurchleuchten kann. Dies ist der Fall, wenn unsere sündige Natur mehr und mehr abstirbt und Jesus mehr und mehr Raum gewinnt.

Schon der Name Jesus bedeutet „Jahwe rettet“[28]. Das wird an verschiedenen Bibelversen deutlich. Nachdem Maria ohne Mitwirkung eines Mannes schwanger geworden war und ihr Verlobter namens Josef davon ausgehen musste, dass seine Zukünftige ihn mit einem anderen Mann betrogen hatte, erschien im letzten Moment ein Engel Josef im Traum und erklärte ihm die Vorkommnisse: Denn „das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1,20 f.). Als Jesus etwa ein halbes Jahr später in Bethlehem geboren war, verkündete ein Engel den in der Nähe Nachtwache haltenden Schafhirten: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr“ (Lk 2,11). Soweit alles klar. Jesus ist Gott und Gott ist der Retter der Welt. Aber wir als Nachfolger Jesu auch?

Im Gespräch mit seinen Jüngern versicherte Jesus: „Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater“ (Joh 14,12). Was sollen das für größere Werke sein, die Gott durch uns tun möchte? – Kann man noch etwas Größeres tun als einen Verstorbenen wieder zum Leben aufzuerwecken? Manche sehen in den Möglichkeiten moderner Medien mit ihrer globalen Reichweite die Erfüllung dieser Verheißung. Auch dass Christen auf der ganzen Welt verteilt sind, lässt uns quasi an jedem Ort wirken, während Jesus nur in Palästina unterwegs war. Ich persönlich möchte diese Prophetie in erster Linie geistlich auslegen. Denn schon die Jünger haben bereits seit Pfingsten die größeren Werke getan. Jesus hatte machtvolle Wunder gewirkt. Aber eines konnte er zu seinen Lebzeiten noch nicht vollbringen: Er konnte keinem Menschen zur Wiedergeburt verhelfen. Das war erst nach seinem Tod, seiner Auferstehung und der Geistsendung möglich. Andere Menschen zur wahren Auferstehung aus den Toten zu führen, bleibt seinen Nachfolgern im Zusammenwirken mit dem Heiligen Geist vorbehalten.

Auf der Website „Got Questions Ministries“ wird wunderbar erklärt, dass die Gemeinde nun der neue Leib Jesu ist: „Als Christus in unsere Welt kam, nahm er einen physischen Körper an, der für ihn „bereitet“ war (Hebräer 1,5; Philipper 2,7). […] Nach seinem körperlichen Aufsteigen in den Himmel führt Christus sein Werk durch diejenigen, die er erlöst hat, fort“[29].

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Wenn wir diese großartigen Geschenke Gottes betrachten, fällt uns womöglich eine gewisse Divergenz zwischen unserer erlebten Realität und der geistlichen Wahrheit auf. Wollen wir Jesus ähnlicher werden und in unserem Glaubensleben wachsen, ist es wichtig, sich nicht vom Status quo demotivieren oder lähmen lassen. Wir sollten vielmehr die Wahrheiten des Wortes Gottes aussprechen, in unseren Gedanken bewegen und Gott dafür danken. Fokussieren Sie sich nicht auf die Realität, wie zum Beispiel, dass Sie noch manche Fehler haben, sondern danken Sie Gott lieber dafür, dass Sie in Christus ein Licht für die Welt sind. Dann wird nach und nach die göttliche Wahrheit Ihre Realität verändern.



[27] Hans Peter Royer (1962-2013), ein bekannter österreichischer evangelikaler Prediger, Skilehrer und Bergführer, sagte einmal in einer seiner Predigten, dass Jesus bereits wiedergekommen sei, und zwar im Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist an Christi statt gesendet, er ist somit Stellvertreter Christi auf Erden, aber auch seine Jünger, wenn sie mit dem Heiligen Geist erfüllt sind.
[28] Zurück zum Wort e.V. (Hrsg.): Yehoshua: YHWH IST HEIL (Jahweh ist Heil), https://zurueckzumwort.org/jesus-jahweh-ist-heil-rettung (abgerufen am 22.10.2024).
[29] Got Questions Ministries (Hrsg.): Inwiefern ist die Gemeinde der Leib Christi?, https://www.gotquestions.org/Deutsch/leib-Christus.html (abgerufen am 22.10.2024).