Geistlicher Kampf 

Christentum – ein Kampfsport? 


An einigen Stellen vergleicht Paulus das Leben als Christ mit einem sportlichen Wettkampf: 

 

  • „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt.“ (1. Kor 9,24) 
  • „Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt;“ (1. Kor 9,26) 
  • „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.“ (2. Tim 4,7) 

 

Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser geht hervor, dass wir uns nicht lediglich in einem sportlichen Wettkampf befinden, den es zu gewinnen gilt, sondern sogar in einem Krieg. Darum fordert er uns auf: 
„Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt“ (Eph 6,11). Geistlicher Kampf beginnt, wenn es darum geht, Jesus als seinen Erlöser und Herrn anzunehmen und ihm nachzufolgen. In dem bekannten Nachfolgelied „Mir nach spricht Christus, unser Held“ von Johann Scheffler heißt es in der letzten Strophe: „Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon.“ 


Persönlich habe ich meine erste Erfahrung im geistlichen Kampf, an die ich mich erinnern kann, als kleines Mädchen während eines Gottesdienstes gemacht. Am Ende der Heiligen Messe habe ich in der Kniebank folgendes kurze Gebet gesprochen: „Lieber Gott, mach mich so, wie du mich haben willst.“ Daraufhin verspürte ich einen sehr starken Hass, der gegen mich gerichtet war, und ich hatte das Gefühl, dass ich von jemandem geboxt wurde – allerdings nicht körperlich. Mein Empfinden war rein seelisch. Damals konnte ich mir dieses Erlebnis nicht erklären. Hatte ich etwas falsch gemacht? War Gott wütend auf mich? Ich fühlte mich geschimpft, als hätte ich etwas Schlechtes getan. Ich überlegte, was ich verbrochen hatte. Nun, ich hatte zu Gott gebetet. Was hatte ich denn zu ihm gesagt? Ich ging das Gebet gedanklich noch einmal durch: „Lieber Gott, mach mich so, wie du mich haben willst.“ Ich konnte allerdings nichts Falsches an dieser Bitte entdecken. Warum werde ich dafür „geschlagen“? Erst Jahrzehnte später, als ich mich mit geistlichem Kampf beschäftigte, verstand ich, dass dieses Gebet in der geistigen Welt eine Kriegshandlung war: „Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs“ (Eph 6,12). 


Wenn Sie also Schwierigkeiten erleben, die damit im Zusammenhang stehen, dass Sie sich Jesus Christus zuwenden wollen, wenn Sie versuchen wollen, eine Beziehung zu Jesus aufzubauen, wenn Sie anfangen wollen, in der Bibel zu lesen, zu beten oder andere Glaubensschritte zu gehen, dann lassen Sie sich durch diverse Hindernisse nicht beirren. Sie zeigen Ihnen lediglich: Sie sind auf dem richtigen Weg! Gehen Sie ihn beharrlich weiter!