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Die Hochzeit des Lammes

 

Bald wird es ein gigantisches Fest geben: 

 

Die Hochzeit des Sohnes Gottes mit seiner Braut, der Christenheit!

 

 

Dass die Bibel Jesus als Bräutigam bezeichnet und seine Jünger als seine Braut, ist für mich eines der schönsten Glaubensgeheimnisse überhaupt. Als Jesus einmal über die Ehe sprach, sagte er, dass Mann und Frau durch den Ehebund körperlich und geistig eins werden (Mk 10,8). So und noch viel mehr wird es bei der Hochzeit mit Christus sein. Die Gläubigen werden mit Jesus vereint und bekommen Anteil an seinem göttlichen Wesen. Schon auf Erden sind wir Glieder am Leib Christi. In der Heiligen Messe betet der Priester nach der Wandlung in Anlehnung an den Epheserbrief: „Stärke uns durch den Leib und das Blut deines Sohnes und erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus“ (vgl. Eph 4,4). Wir Christen werden also mit Jesus ein Leib und ein Geist sein!

 

 

Bereite dich auf das Fest aller Feste vor!
Deine Lebenszeit auf Erden ist deine Verlobungszeit mit Christus!

 

Was macht man, solange man verlobt, aber noch nicht verheiratet ist?

Ist doch klar, man bereitet das Hochzeitsfest vor! Auch wir sollen uns vorbereiten. Die Aufgabe deines Bräutigams Jesus ist es, die Wohnung für dich vorzubereiten: „Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh 14,3). Die Aufgabe der Braut ist es, sich ein Brautkleid zu besorgen und sich hübsch zu machen.

 

 

1.    Das zweigeteilte Brautkleid

Das Brautkleid in der Bibel besteht aus zwei Teilen. Ehrlich gesagt hat mich das sehr überrascht. Denn ich dachte bislang, es bestünde nur aus einem einzigen Stück. Zufälligerweise habe ich selbst in einem zweiteiligen Brautkleid geheiratet, bestehend aus einem Oberteil und einem Rock. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt.

 

 

 1.1  Der erste Teil des Brautkleides: Jesus Christus

In der Taufe wurden wir zu Gliedern des Leibes Christi (vgl. 1. Kor 12,12 f.). Wir haben Jesus Christus angezogen und damit seine Gerechtigkeit bekommen: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt“ (Gal 3,27). Jetzt sind wir nicht mehr nur Sünder, sondern gleichzeitig Heilige. „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen“ (Kol 3,12). An vielen weiteren Stellen im Neuen Testament werden Christen als Heilige bezeichnet (vgl. Apg 9,13; Eph 5,3; Röm 16,2).

 

 

1.2  Der zweite Teil des Brautkleides: Gute Werke

Die guten Werke, das sogenannte Fruchtbringen, sind unerlässlich: „Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes und seine Frau hat sich bereit gemacht. Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen. Das Leinen bedeutet die gerechten Taten der Heiligen. Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist“ (Offb 19,7-9). Als ich diese Stelle mit dem Augenmerk auf den Werken las, war ich schockiert. Braucht es denn Jesus nicht mehr, um weiß gekleidet zu sein? Sind es nur gute Werke, die Gott fordert? Ein wenig später las ich diese Zeilen noch einmal. Da fiel mir auf, dass es um die Taten der Heiligen geht. Wer sind denn die Heiligen? Es sind Menschen, die ihre Kleider im Blut des Lammes reingewaschen haben. Man könnte sie deshalb auch die Geheiligten nennen.

In der Bergpredigt (Mt 5) hat uns Jesus eine Richtschnur für unser Handeln gegeben: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,16). Das Ziel der guten Werke ist immer die Ehre Gottes. Durch die zunehmende Einheit mit Jesus lernen wir immer mehr die Werke zu tun, die Gott für uns schon im Voraus bestimmt und vorbereitet hat: „Deshalb kann sich niemand etwas auf seine guten Taten einbilden. Was wir jetzt sind, ist allein Gottes Werk. Er hat uns durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nun, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.“ (Eph 2,9f HFA).

 

 

Wie wichtig das Brautkleid ist, um an dem himmlischen Hochzeitsfest teilzunehmen, sehen wir an dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl: „Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen“ (Mt 22,11-13). Ebenso erging es auch in dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen den fünf Törichten, die keine brennenden Lampen hatten, als der Bräutigam kam (vgl. Mt 25). Als sie verspätet an die bereits verschlossene Tür des Hochzeitssaales klopften und um Einlass baten, erwiderte der Bräutigam: „Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht“ (Mt 25,12). Die brennenden Lampen sind ein Bild für das Wirken des Heiligen Geistes. Sie stehen für unsere Liebe zu Jesus, die sich in Taten der Liebe zeigt. Die brennenden Lampen symbolisieren also die Früchte des Heiligen Geistes in unserem Leben.

Wir hören in diesen Gleichnissen die warnenden Worte Jesu. „Seid also wachsam!“ (Mt 25,13). Lasst uns doch Frauen und Männer des Gebetes sein! Wir wollen in der Bibel lesen und nach dem Wort Gottes handeln!