Die Hochzeit des Lammes
2. Jesu würdig?
Jesus warnte seine Zuhörer mehrfach vor der Gefahr, sich seiner unwürdig zu machen.
- „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig“ (Mt 10,37)
- „und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“ (Mt 10,37)
- „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.“ (Mt 10,38)
Auch in den folgenden Bibelstellen fordert Jesus eine klare Entscheidung:
- „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,26)
- „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 10,39)
- „Niemand kann zwei Herren dienen; […] Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ (Mt 6,24)
Jesus verlangt eine radikale Nachfolge ohne Kompromisse. Wir brauchen ein ungeteiltes Herz, um ein Jünger Jesu zu sein. Wir dürfen weder menschliche Beziehungen noch Reichtümer Jesus vorziehen, ja nicht einmal unser eigenes Leben darf uns noch lieb sein.
Natürlich würde wohl kein Mensch diesem Maßstab entsprechen, hätten wir nicht einen barmherzigen Gott. Es ist allerdings wichtig, dass wir uns immer wieder nach diesen Prämissen der Nachfolge ausrichten und uns nach diesem Maßstab Gottes ausstrecken. Auch darum zu beten, dass wir den Lauf bis zum Ende durchhalten, ist unerlässlich!
Das ewige Leben ist zwar ein unverdientes Geschenk, aber es besteht die Gefahr, diese Gnade zu verlieren, wenn man sie nicht wertschätzt – und zwar mehr als alles andere. Wir können uns den Himmel nicht erarbeiten, aber wir können uns des ewigen Lebens als unwürdig erweisen.
Was macht uns also würdig, um am Ende in den Hochzeitssaal des Himmels eingelassen zu werden? Es ist definitiv zuallererst das Blut Jesu, das unsere Gerechtigkeit ist. Es kommt aber noch etwas Wichtiges hinzu, was nicht fehlen darf. Würdig macht uns in Gottes Augen unsere Liebe zu ihm. Dies ist sogar das erste Gebot:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot.“ (Mt 22,37 f.)
Im Brief an die Hebräer ermahnt Paulus die Leser, dass sie die Gnade Gottes nicht verpassen sollen, indem sie es unterlassen, sich nach Jesus und seiner Heiligkeit auszustrecken, um ihm immer ähnlicher zu werden:
„Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird. Seht zu, dass niemand die Gnade Gottes verscherzt“ (Hebr 12,14 f.).