Selbstliebe Nächstenliebe Doppelgebot der Liebe Gottesliebe Vergebung Gleichnis Schalkknecht unbarmherzige Gläubiger Liebe


3. Der dritte Schritt: den Nächsten lieben wie sich selbst

„Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt 22,39 f.)
„Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.“ (1. Joh 4,21)

Von dem Gebot, Gott zu lieben, geht es nahtlos zum Gebot der Nächstenliebe über. Die Selbstliebe scheint in der Bibel als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt – was sie leider nicht immer ist. Denken wir an selbstverletzendes Verhalten, Magersucht oder andere ungesunde Abhängigkeiten. In der Regel wollen wir für uns selbst jedoch das Angenehme, Schöne und Beste. Die Konsequenz der Gottesliebe muss die Liebe untereinander sein. Ohne Gott, der die Liebe in Person ist, können wir auch unseren Mitmenschen und sogar uns selbst nicht in rechter Weise lieben. Viele Menschen machen den dritten Schritt vor den ersten beiden. Sie wollen, auch wenn Gott in ihrem Leben nicht an erster Stelle steht, ihren Nächsten lieben und Gutes tun. Aber Gott schaut ins Herz. Bei ihm geht es um die rechte Herzenshaltung und unsere Motivation, warum wir etwas tun. Ohne die Gottesliebe ist das Motiv unserer guten Werke häufig Stolz. Wir handeln dann nicht zur Ehre Gottes, sondern zu unserer eigenen. Wir wollen von anderen gesehen und gelobt werden. Wir wollen uns selbst durch unser Tun definieren und uns in einem guten Licht präsentieren. Die rechte Liebe ist selbstlos und ehrt Gott als den Ursprung aller Liebe.

 

 

Jesus sagte weiter: „Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten“ (Mt 22,39 f.). Echte Gottesliebe führt zur Selbst- und Nächstenliebe. Johannes schreibt einiges darüber in seinen Briefen. Zum Beispiel sagt er: „Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht“ (1. Joh 4,20). Wenn wir unseren Mitmenschen lieben, sollen wir in ihm Jesus sehen und dadurch Jesus dienen. Er begründet das in einer Erzählung vom Weltgericht mit den abschließenden Worten: „Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40), beziehungsweise im umgekehrten Fall nicht getan.

Daher ist die Nächstenliebe nichts anderes als in die Tat umgesetzte Gottesliebe. Wenn Nächstenliebe sichtbar gewordene Gottesliebe ist, wird verständlich, warum Jesus betont, dass das zweite Gebot ebenso wichtig ist wie das erste. Sie bedeuten nämlich beide dasselbe. Es geht bei allem, was wir tun, um die Gottesliebe!

So muss man die Worte von Paulus verstehen, der in seinem Brief an die Galater schreibt: „Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Gal 5,14). Für Juden war die Gottesliebe, der Besuch der Synagoge sowie das tägliche Gebet in Fleisch und Blut übergegangen. In unserer Kultur kann heutzutage dieser Satz des Paulus missverstanden werden. Er wollte damit sicherlich nicht die Gottesliebe abschaffen. Paulus meinte, ähnlich wie Johannes, dass sie in der Nächstenliebe vollendet ist. Wie man an diesem Beispiel sehen kann, ist es beim Bibellesen wichtig, auf den Gesamtzusammenhang zu achten.

Was sind konkret Werke der Liebe? Das ist ein unerschöpflich großes Thema, und ich glaube, dass jeder von uns ein Gespür dafür hat, was wahre Liebe ist beziehungsweise sein soll. Deshalb möchte ich nur ein paar Verse zum Nachlesen für das persönliche Bibelstudium anführen. Einige ausgewählte Aspekte will ich anschließend noch weiter vertiefen:

 

  • „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung;“ (Gal 5,22 f.)
  • „Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.“ (Jak 3,17)
  • „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!“ (Kol 3,12)
  • „Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.“ (Jak 2,15-17)
  • „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal 6,2)
  • Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (vgl. Lk 10,30-37)
  • „Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.“ (Mt 18,21 f.)
  • „Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kol 3,13)



 

Vergebung

Da ein Leben in Vergebungsbereitschaft als Christ außerordentlich wichtig ist, möchte ich unser Augenmerk auf dieses große Thema lenken. Gott hat durch Jesus Frieden mit uns geschlossen. Er hat uns all unsere Sünden vergeben und vergibt uns auch weiterhin. Er möchte nun, dass wir diesen Frieden Christi weitergeben an die Menschen, denen wir begegnen oder begegnet sind. Ich werde dieses große Thema nur kurz anreißen. Es gibt bereits viele gute Bücher dazu, die den Zusammenhang von Vergebung, der Jesusnachfolge und innerem Heilwerden ausführlich behandeln. Aber da es so wichtig ist, möchte ich wenigstens kurz darüber sprechen.

Als ich Jesus als meinen Erlöser und Herrn angenommen hatte, handelte gefühlt jede Predigt und jeder Vortrag über Vergebung. Es schien, als gäbe es nichts Wichtigeres und nichts anderes, was ein Christ machen sollte. Diese Angelegenheit war wohl eine Baustelle in meinem Leben, von der Gott wollte, dass ich sie dringend angehe. Jesus möchte, dass wir als freigekaufte und befreite Menschen unseren Mitmenschen all ihre Verfehlungen gegen uns verzeihen. Wir sollen frei von Bitterkeit, Hass und Rachegefühlen sein und sogar für unsere Feinde beten. Je nachdem, wie unsere Lebensumstände sind, ist dieses Thema für den einen leichter und für einen anderen schwerer umzusetzen. Für einen dritten scheint es vielleicht schier unmöglich.

Zunächst einmal bedeutet Vergebung nicht, dass wir damit das Unrecht beschönigen, das uns angetan wurde. Wir sagen damit nicht, dass es okay oder nicht so schlimm war, was uns passiert ist. Es geht bei Vergebung im Wesentlichen um zwei Dinge: Zum einen werden wir in geistlicher Hinsicht und bisweilen auch in körperlicher Hinsicht frei von den negativen Folgen des Bösen in unserem Leben. Und zum anderen empfängt auch unser Gegenüber von Gott die Gnade, sich erlösen zu lassen und umzukehren.

In der Parabel vom unbarmherzigen Gläubiger (Mt 18,23-35) erzählt Jesus von einem Diener, der gegenüber seinem König hoch verschuldet war. Seine Schuld betrug 10.000 Talente, umgerechnet 60 Mio. Denare.[11] Ein Denar entsprach dem Lohn für einen Tag Arbeit. Hätte der Diener diese Summe begleichen wollen und jeden Tag einen Denar getilgt, dann hätte das Abstottern der Schuld 164 383 Jahre gedauert. Und hätte er pro Tag sogar einen Jahreslohn zurückbezahlt, dann wäre er für gut 450 Jahre in der Kreide gestanden. Keine Chance, dass er diesen Betrag zu seinen Lebzeiten jemals hätte begleichen können. Als der Diener dem König sich zu Füßen warf und um Aufschub bat, erließ ihm sein Herr großzügig die ganze Schuldenlast. Nachdem der Knecht wieder gegangen war und unterwegs einen anderen Mitknecht traf, dem er 100 Denare geliehen hatte, forderte er von ihm sein Geld zurück: „Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!“ (Mt 18,28) Doch auch der Mitknecht bat um Mitleid und Aufschub. Doch der Gläubiger wollte nicht, sondern ließ ihn ins Gefängnis werfen. Dem König, der natürlich für Gott steht, kam das ungnädige Verhalten seines Dieners zu Ohren. Zornig ließ er ihn zu sich rufen und sagte zu dem hartherzigen Knecht: „Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“ Und nun passiert etwas, was man kaum glauben möchte: Gott machte daraufhin die Vergebung rückgängig. Wir lesen, dass der Diener gepeinigt wurde und seine Schuld nun doch abbüßen musste.

So wichtig ist es also, dass wir anderen vergeben. Wir können nicht auf Dauer Gottes Vergebung empfangen und gleichzeitig gegenüber anderen nachtragend und unversöhnlich bleiben. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, jemandem zu verzeihen, dann wenden Sie sich im Gebet doch einfach an Jesus und bekennen ihm das. Beim Vergeben hilft es im Übrigen nicht, seine Gefühle zu befragen. Wenn wir verletzt sind, haben wir in der Regel keine Liebesgefühle für denjenigen, der uns wehgetan hat. Das ist normal. Gefühle sind oft träge und brauchen Zeit. Sie verändern sich, wenn Sie regelmäßig für die Person beten und sie im Gebet zu Gott bringen. Von Hans Gnann hörte ich zum ersten Mal den Satz: „Gefühle sind schlechte Herrscher, aber gute Diener.“ Lassen Sie sich also beim Thema Loslassen nicht von Gefühlen leiten. Vergebung ist eine Entscheidung. Sie können bei allem Jesus um Hilfe bitten. Sie können ihn sogar bitten, dass er Ihnen hilft, vergeben zu wollen, selbst wenn Sie gar nicht vergebungsbereit sind und eigentlich lieber am Groll festhalten möchten. Bitten Sie ihn darum, dass ER in Ihnen diesem Menschen vergibt. Und bitten Sie ihn auch noch darum, dass er Ihnen Mitleid und eine barmherzige Liebe für diese Person schenkt. Denn ohne Jesus ist sie in Wahrheit furchtbar arm und elend dran.

 

Und was ist mit der Selbstliebe?

Man hört immer wieder im Zusammenhang mit dem Doppelgebot der Liebe die Auffassung, dass man erst einmal sich selbst richtig lieben soll, um dann zur Gottes- und Nächstenliebe vorzudringen. Das Doppelgebot enthalte versteckt noch ein drittes Gebot, nämlich das der Selbstliebe. Mir kommt dazu der Song „Egoist“ von Falco in den Sinn, wo es heißt: „Liebe kommt von lieben und ich fange bei mir an und mit ein bisschen Glück bist eines Tages du mal dran“. Wir erahnen es bereits: So viel Glück wird dem Gegenüber wohl nie zuteilwerden. Es ist schon bezeichnend, dass gerade unsere Gesellschaft, die dafür bekannt ist, narzisstisch unterwegs zu sein, die Selbstliebe in den Vordergrund stellt. Die Werte unserer Zeit gaukeln uns vor, dass Selbstverwirklichung und eine Hinwendung zu unserem Inneren uns glücklich machen. „Selbstliebe und Selbstverwirklichung sind psychologische Konzepte, bei denen der Mensch und nicht Gott im Mittelpunkt stehen“[12], schreibt der Theologe Jürgen Neidhart in dem Artikel „Liebe dich selbst! – ein biblisches Gebot?“ Bei solch einer Ichsuche bleiben wir am Ende als Gefangene unseres Selbst zurück. Jesus formulierte es so: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 16,25). 

Es stimmt: Man muss erst einmal selbst Liebe empfangen haben, bevor man imstande ist, andere zu lieben. Wer eine behütete Kindheit erleben durfte, kann sich glücklich schätzen. Doch auch, wenn es nicht rund lief, ja sogar, wenn vieles im Argen lag, gibt es jemanden, der all unseren Mangel mit dem Reichtum seiner unendlichen Liebe ausgleichen kann: unser Schöpfer. Ein weiteres Zitat von Neidhart: „Eine gesunde Selbstannahme entsteht, wenn du dich mit der Liebe Gottes beschäftigst und deine (neue) Identität in Jesus Christus findest. Gott liebt dich, darum bist du wertvoll!“[13] Wenn wir unser Leben Gott übergeben und unser Denken und Handeln von der Wahrheit des Wortes Gottes prägen lassen, dann werden wir innerlich Stück für Stück heil und frei werden.

 

 

Die wahre Nächstenliebe

Schließlich möchte ich als letzten Gedanken die innere Haltung bei der Nächstenliebe besprechen. Viele Menschen helfen anderen gern. In der Tat lebt wohl kaum jemand auf Erden, der nicht irgendeinen Menschen lieben würde – ab einem gewissen Alter selbstverständlich. Auch Jesus sagt, dass die Heiden (Nichtjuden) und die Sünder eine gewisse Art von Nächstenliebe haben:

 

 

  • „Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?“ (Mt 5,47)
  • „Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.“ (Lk 6,32)
  • „Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.“ (Lk 6,33)
  • „Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.“ (Lk 6,34)

 

 

Es gibt also Nächstenliebe auch unter Ungläubigen. Diese Nächstenliebe zieht allerdings keinen himmlischen Lohn nach sich. Warum nicht? Weil diese Art von „Nächstenliebe“ egoistisch geprägt ist. Sie tun diese Dinge, um in der Zukunft für sich selbst einen Vorteil aus ihrer guten Tat zu ziehen. Jesus sagt, dass sie deshalb ihren Lohn bereits erhalten haben.

 

Unter der wahren Nächstenliebe versteht Jesus selbstlose Liebe!

  •  „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13,34)
  • „Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein;“ (Lk 6,35)
  • „denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,35 f.)
  • „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet;“ (Mt 5,44 f.)
  • „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,48)

 

 

Beachtenswert: Ein Kind Gottes zeichnet sich dadurch aus, dass es immer mehr so handelt wie Gott. Man könnte sagen, seit der Erlösungstat Jesu gilt für Christen nicht mehr: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst.[14] Dieses Gebot ist eigentlich überholt und wurde von Jesus durch das elfte Gebot abgelöst: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34). Dieses elfte Gebot wird im Brief des Apostel Paulus an die Galater als „Gesetz Christi“ bezeichnet (vgl. Gal 6,2). Als eine Abwandlung eines bekannten Sprichworts könnte man die Regel auch folgendermaßen formulieren: Wie Gott mir, so ich dir

Wir sehen also, dass beim Gebot der Nächstenliebe der Bezug zur Selbstliebe lediglich der Maßstab war, den Jesus vor seinem Leiden durch einen neuen Maßstab ersetzte: Liebe deinen Nächsten, wie Jesus dich geliebt hat – nämlich selbstlos.

Spätestens jetzt wird jeder einsehen: Diese Art von Nächstenliebe ist ohne Gottes Hilfe nicht zu schaffen. Ein sündiger Mensch, das heißt ein Gefangener in seinem Selbst, kann nicht selbstlos lieben. Deshalb ist eine Kirche, die im Humanismus und Gutmenschentum anstatt in der Gottesliebe verwurzelt ist, zum Scheitern verurteilt.



[11] Markus, Lau: Denar, https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/neues-testament/denar, Deutsche Bibelgesellschaft (abgerufen am 06.10.2014).
[12] Jürgen, Neidhart: Liebe dich selbst! – ein biblisches Gebot?, https://bibelbund.de/2022/02/liebe-dich-selbst/, bibelbund (abgerufen am 8.11.2024).
[13] Ebd.
[14] In der Lehre zum Doppelgebot der Liebe weitete Jesus zuerst den Personenkreis aus, den die Nächstenliebe umfasste. Galten für die Juden nur die Stammesgenossen als Nächste, so war seit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter klar: Auch ein Nichtstammesgenosse, der in Not ist, kann mein Nächster sein. Schon in der Bergpredigt, der sogenannten Regierungserklärung Jesu, weitete er dieses Gebot aus und schloss sogar unliebsame Gegner in diese Liebe mit ein: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“ (Mt 5,43 f.). Am Ende seines irdischen Lebens, als Jesus mit seinen Aposteln im Abendmahlsaal war, dehnte er die Nächstenliebe ein weiteres Mal aus. Diesmal veränderte er nicht die Zielgruppe, sondern das Maß. War zuvor die Liebe zu sich selbst die Richtschnur, so ist jetzt die Liebe Jesu zu uns der neue Maßstab.