Rangordnung Dreieinigkeit Familie Unterordnung Gehorsam Frieden Einheit Liebe

 

1. Rangordnung in der Dreieinigkeit

In der Dreifaltigkeit gibt es laut Jesus eine Rangordnung: Es gibt Sendung und Gehorsam. Der Höhergestellte sendet den Untergeordneten. Der Vater sendet den Sohn, welcher gehorcht. Vater und Sohn senden den Heiligen Geist und der Heilige Geist führt den Befehl aus. Mit diesen Aussagen tun wir uns vielleicht schwer, weil wir sie missverstehen könnten. Wenn wir hören, dass jemand über einem anderen steht, dann halten wir diesen für wichtiger, besser oder kompetenter als den Untergebenen. Wir führen eine Wertung durch, wobei wir den einen auf-, den anderen abwerten. Doch so meinte es Jesus sicherlich nicht.

 


1.1. Unterordnung als ein göttliches Seinsprinzip

Jesus offenbarte uns etwas über sein Verhältnis zum himmlischen Vater. Schauen wir uns folgende Aussprüche genauer an:

 

  • „denn der Vater ist größer als ich.“ (Joh 14,28)
  • „Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle“ (Joh 10,29)
  • „Doch jenen Tag und jene Stunde [gemeint ist der Zeitpunkt des Endes] kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Mt 24,36)

 

Bei der Bemerkung, Gott Vater sei größer als Jesus, meinen wir vielleicht, dieser Satz würde die Gottheit Jesu minimieren – was er in Wahrheit nicht tut. Wir sind deshalb versucht, Jesus auf gleiche Augenhöhe mit dem Vater zu heben, weil Jesus ebenso Gott ist wie Gott Vater und er ebenso würdig ist, angebetet zu werden.
 

Ich möchte die Rangordnung in der Dreieinigkeit am Beispiel der Familie erklären, die ja ein Abbild der Dreieinigkeit ist und sein soll: 

Die Kinder verdanken ihre Existenz und alles, was sie haben, ihren Eltern. Die Eltern gaben ihnen das Leben. Sie sind den Kindern ein Vorbild und sind ihnen in vielem voraus: Sie bringen ihnen das Sprechen bei, helfen ihnen beim Laufenlernen, sie erklären ihnen vieles und so weiter. Die Eltern sind sowohl körperlich als auch an Wissen ihren Kindern, solange diese noch klein sind, überlegen. Die Eltern sind also größer als ihre Kinder.

Die Eltern, als die Größeren, dienen ihren Kindern: Sie wickeln ihre Kinder, kochen für sie, füttern sie und erklären ihnen die Welt. Damit erfüllen die Eltern die Worte Jesu: „Der Größte von euch soll euer Diener sein“ (Mt 23,11). Das ist das Reich Gottes: Der Höhergestellte dient dem Rangniedrigeren.

Die Kinder hingegen sollen den Eltern gehorchen: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern, wie es vor dem Herrn recht ist“ (Eph 6,1). Niemand würde behaupten, dass die Kinder weniger wert wären als ihre Eltern, nur weil sie ihnen untergeordnet sind. Sie haben vor Gott die gleiche Würde. Ebenso hat der Sohn Gottes die gleiche Würde wie Gott Vater. 

Rangordnung Dreieinigkeit Familie Unterordnung Gehorsam Frieden Einheit Liebe

 

Jesus wurde von seinem Vater als Erlöser in die Welt gesandt. Derjenige, der sendet, steht über dem Gesendeten. Der Abgesandte ist verpflichtet zu gehorchen:

  • „Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.“ (Joh 13,16)
  • „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh 20,21)
  • „Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: […] einen Leib hast du mir geschaffen; […] Da sagte ich: Ja, ich komme - so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun.“ (Hebr 10,5-7)

 

Seit der Himmelfahrt Jesu ist es allerdings tatsächlich so, dass Jesus mit seinem Vater auf gleicher Stufe steht. Denn Gott Vater hat ihn zu seiner Rechten erhöht:

  • „Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (Mk 16,19)
  • „Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offb 3,21)

 

Diesen Platz hat Jesus bis zum letzten Gericht inne. Nach dem letzten Gericht, das der Vater seinem Sohn übertragen hat, „damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren“ (Joh 5,23), wird Jesus sich seinem Vater wieder unterstellen, damit Gott Vater über alles und in allem herrscht:

„Wenn ihm [Jesus] dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen,
der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.“

(1. Kor 15,28)