Jesus als Erlöser annehmen Lebensübergabe Buße Umkehr Bekehrung Erweckung errettet gerettet ewiges Leben


Auf die Reihenfolge kommt es an

 

Wenn wir mit dem Auto fahren wollen, ist uns eines klar: Es gibt eine bestimmte Reihenfolge, die wir alle selbstverständlich einhalten. Zuerst müssen wir die Tür aufmachen. Danach setzen wir uns ins Auto. Als Nächstes müssen wir den Autoschlüssel ins Zündschloss stecken und umdrehen. Beim Starten des Motors achten wir darauf, dass der Gang ausgekuppelt ist und so weiter. 

Auch ein Landwirt muss nach bestimmten Regeln den Boden bearbeiten, säen und düngen, sonst wird er nichts ernten. Die Ernte ist aber schließlich das Ziel der ganzen Mühe. Will ich aus einem Glas trinken, muss ich zuerst Flüssigkeit hineinfüllen. Würden wir im Leben bestimmte Reihenfolgen nicht beachten, dann würde nichts funktionieren. Das ist alles ziemlich banal und leuchtet uns ein, aber wenn es um himmlische Dinge geht, beachten wir des Öfteren keine Reihenfolge.

 

Manche Menschen wollen gut sein und strengen sich an. Sie bringen viele gute Werke. Aber sie tun das als Sünder. Und ein Sünder kann in den Augen Gottes nichts tun, was vor Gott einen Ewigkeitswert hat. Im Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers sechs, sagt Jesus: „denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ An anderen Stellen sagt er, dass nur Gott allein gut ist (vgl. Mk 10,18) und dass die Menschen böse sind (vgl. Mt 7,11). 

 

 

  • „Denn wir haben vorher die Anklage erhoben, dass alle, Juden wie Griechen[8], unter der Herrschaft der Sünde stehen, wie es in der Schrift heißt: Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen;“ (Röm 3,9 f.)
  • „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ (Röm 3,23)
  • „Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen.“ (Röm 11,32).
  • „Denn durch Werke des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden;“ (Röm 3,20)

 

 

 



 

 

1.  Der erste Schritt: Jesus als seinen Erlöser und Herrn annehmen

Jeder, der Jesus als seinen Erlöser und Herrn annimmt, erfährt, dass der Zugang zum Vaterherzen Gottes frei geworden ist. Der „Vorhang“ zwischen deinem Herzen und Gott wird in diesem Moment zerrissen, so wie es am Karfreitag geschah, als Jesus für unsere Sünden starb: „Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus. Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei.“ (Mt 27,51) Der Vorhang im Tempel war ungefähr zehn Zentimeter dick und 18 Meter hoch[9]. Er verhinderte den Zugang zum Allerheiligsten. Jesus litt und starb als Sühne für die Sünden der ganzen Menschheit. Sein kostbares Blut war der Kaufpreis unserer Erlösung. Wenn Sie im Glauben es für sich persönlich annehmen, dass Jesus für Ihre Schuld am Kreuz gestorben ist, dann vergibt Gott Ihnen Ihre Schuld und Sie haben freien Zugang zum himmlischen Vater. Sie empfangen Jesu vollkommene Gerechtigkeit und sind deshalb heilig. Von nun an gehören Sie Gott. Sie bekommen auch den Heiligen Geist als Ihren Helfer und Beistand. Die Bibel sagt, dass Sie ein Tempel Gottes sind, weil der Heilige Geist bei Ihnen einzieht. „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Kor 3,16) Jetzt können wir Gottes Stimme im Herzen hören und Jesus nachfolgen.

Viele Menschen lassen diesen ersten und essenziellen Schritt aus. Sie meinen, sie könnten durch gute Werke sich den Himmel erarbeiten. Doch da alles, was wir tun, vor Gott nichts gilt, solange wir noch in der Sünde sind, bringt es uns keinen Lohn. Jesus sagt ganz deutlich: „Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. (…) denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Joh 15,4 f.)

Bevor unsere Sünde nicht von uns genommen ist, können wir in den Augen Gottes kein einziges gutes Werk verrichten. Wir müssen also als ersten Schritt Jesus Christus als unseren Erlöser und Herrn annehmen. 

 

  • „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,45).
  • „Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.“ (1. Petr 1,18 f.)



 

Es gibt Menschen, die nehmen Jesus gerne als ihren Erlöser an und freuen sich, dass er ihre Schuld getragen hat. Sie wollen Jesus aber nicht als ihren Herrn annehmen, der ihnen Befehle erteilt. Sie wollen weiterhin selbstbestimmt durchs Leben gehen.

Hierzu eine kleine Geschichte aus meinem Leben. Es war im Jahr 1996. Ich war ein Teenager und besuchte in einem nahe gelegenen Kloster eine christliche Veranstaltung, einen sogenannten Feuergottesdienst. Während einer Gebetszeit ging ich nach vorne und ließ für mich beten. Da fragte mich der Engländer Giancarlo Elia, ob ich mein Leben Jesus gegeben hätte. Ich antwortete: „Ja“. Als Nächstes fragte er mich, ob ich sagen könne, dass Jesus mein Herr sei. Ich überlegte und zögerte. In meinem Kopf ging es rund. Ich hatte solch innere Krämpfe dagegen, so ein starkes Ablehnungsgefühl, dass es mir unmöglich war, diesen Satz auszusprechen, ja sogar zu denken. Meine Gefühle waren in etwa so, wie sich der Teufel wohl fühlen muss, müsste er diesen Satz aussprechen. (Ich hatte in meiner Jugend starke negative Gebundenheiten.) Giancarlo wartete geduldig auf eine Antwort. Hin und her warf es mich. Ich spürte, dass ich als Christ „ja“ sagen müsste, gleichzeitig fühlte ich auch, dass dieses „ja“ nicht stimmte. Giancarlo sah mich an und erwartete nun endlich eine Antwort. Lügen wollte ich nicht. Also schüttelte ich den Kopf. Er sah mich mit großen Augen an und fand das anscheinend widersprüchlich. (Ich übrigens auch.) Anschließend ärgerte ich mich über meine Antwort, die ich gegeben hatte. Aus heutiger Sicht sehe ich darin den Ärger Satans. Denn indem ich die Wahrheit ans Licht brachte, hatte ich ihm die Macht genommen, im Dunkeln weiter sein Unwesen zu treiben. Zuhause habe ich diese Angelegenheit Jesus übergeben. Ich sagte ihm, dass ich diesen Satz nicht aussprechen und nicht denken kann, aber dass ich es möchte und dass ER es machen soll.

 

 

Du gehörst jetzt also nicht mehr dir, sondern IHM:

 

 

„Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.“ (2. Kor 5,15)

 

Das ist die wahre Bekehrung: Abkehr von den eigenen Wegen und dem eigenen Willen, stattdessen Hinwendung zum Willen Gottes. Lebe von jetzt an ein Leben zur Ehre Gottes, in Hingabe zu ihm, begleitet von Gebet und dem Lesen in seinem Wort, der Bibel. Lass dich von ihm führen auf dem Weg zur Heiligkeit, denn er sagt: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,48)


[8] Mit Griechen sind die Heiden gemeint, also alle Nichtjuden.
[9] Michael Kotsch: Der Vorhang im Tempel,  

https://bibelbund.de/2020/11/der-vorhang-im-tempel/ , Bibelbund (abgerufen am 28.09.2024).