Gerecht durch Gnade oder Werke?
2. Altes und Neues Testament
Die Bibel besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Der Begriff „Testament“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „Bund“ oder „Vertrag“. Im Alten Testament geht es also um den alten Bund, der ein Bund der Werke war. Die Israeliten mussten sich seit Abraham beschneiden lassen (vgl. Apg 7,8) und seit Mose die Zehn Gebote erfüllen (vgl. 2. Mo 24, 7f.). Gott versprach ihnen im Gegenzug ein Leben in Segen und das verheißene Land Kanaan (heutiges Israel). Das gelobte Land steht im übertragenen Sinn für den Himmel, den Gott jedem verspricht, der mit ihm einen Bund durch Jesus schließt. Da der Bund der Werke aufgrund der Sünde ständig gebrochen wurde, kam Jesus. Über ihn hören wir im Neuen Testament, also dem neuen Bund. Dieser Bund wird nicht mehr gebrochen. Er ist ein ewiger Bund, geschlossen im Gehorsam seines für uns vergossenen Blutes:
- „durch das Blut eines ewigen Bundes“ (Hebr 13,20)
- „das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Mt 26,28)
Natürlich ist der neue Bund nicht weniger als der Bund der Werke, sondern mehr. Der Bund der Werke gilt immer noch, er reicht nur nicht aus. Jesus hat für uns alle Gebote Gottes gehalten und er ersetzt all unseren Mangel. Wir sind allerdings aufgerufen, Jesu Fußspuren zu folgen und den Weg der Sünde zu verlassen. Auch der neue Bund ist in gewisser Weise ein Bund der Werke, nämlich der Werke Jesu.